Rebellierende Jugend – Das „Halbstarkenproblem“ der späten 1950er Jahre

Szene aus dem Film „Berlin Ecke Schönhauser“ (Bildquelle: Deutsches Filminstitut/Filmmuseum Potsdam)

Szene aus dem Film „Berlin Ecke Schönhauser“ (Bildquelle: Deutsches Filminstitut/Filmmuseum Potsdam)

Die Jugendkultur in der zweiten Hälfte der 50er Jahre war im Osten wie im Westen stark geprägt vom so genannten „Halbstarkenphänomen“. Halbstarke erregten mit ihrem unangepassten Verhalten und teils gewalttätigen Krawallen breites Aufsehen. Obwohl sie stets nur einen geringen Teil der Jugendlichen repräsentierten,1 prägten sie entscheidend das Jugendbild jener Zeit.

Im Allgemeinen handelt es sich bei „Halbstarken“ nicht zwangsläufig um eine Erscheinung der 50er Jahre. Vergleichbares Verhalten von Jugendlichen lässt sich auch in die Zeit der Weimarer Republik und des „Dritten Reiches“ zurückverfolgen. So taucht der Begriff „Halbstarke“ bereits zu Beginn des vergangen Jahrhunderts im Hamburger Raum zur Klassifikation von Jugendlichen aus dem Arbeitermilieu auf. Eingang in den allgemeinen Sprachgebrauch fand der Begriff jedoch erst Mitte der 1950er Jahre durch den Film „Die Halbstarken“ von Horst Buchholz. Zusammen mit Filmen wie „Der Wilde“, „Denn sie wissen nicht was sie tun…“ und „Außer Rand und Band“ prägte er das Bild von aufmüpfigen Jugendlichen, die Rockmusik mit Transistorradios hörten und sich kleideten wie ihre Helden James Dean und Marlon Brando. Ein Zeitgenosse beschrieb eine Gruppe Ostberliner Halbstarke wie folgt:

„Man kennt ja das Bild. Junge Männer mit langer Mähne und schwarzer Lederjacke, deren Hosen fast so eng anliegen wie Strümpfe, halten stolz ihr Kofferradiogerät im Arm. Andere ‚schabbern’ mit fünfzehnjährigen Mädchen, deren besondere Kennzeichen Nietenhosen und unnatürlich lange Wimpern sind. Die Szene wird belebt durch fauchende und knatternde Motorräder, die pfeilschnell und beängstigend hart bremsend um die Ecken kurven und vor entsetzen Omas zum stehen kommen. Und dieses Bild gibt es nicht nur in der geteilten Stadt Berlin.“2

Dem allein hätte man vermutlich noch keine größere Bedeutung beigemessen, wenn es nicht im Anschluss an Kino- und Musikveranstaltungen zu einer Vielzahl von Ausschreitungen gekommen wäre. Den Höhepunkt bildeten dabei die Randalen im Zuge der Bill-Haley-Tour durch die Bundesrepublik und West-Berlin 1958. Sein Song „Rock around the Clock“ wurde gewissermaßen zum Soundtrack der Halbstarkenkrawalle der späten 50er Jahre.

In der Zeit von Mitte 1955 bis Anfang 1959 kam es in den vielen westeuropäischen und einigen osteuropäischen Staaten zu vergleichbaren Ereignissen.3 Wenngleich West-Berlin für Deutschland das Zentrum dieser Ausschreitungen bildete, blieben Krawallen keineswegs auf Berlin oder die BRD beschränkt. Entgegen anders lautender Beweise widersprachen ostdeutsche Offizielle stets westdeutschen Berichten über die Existenz von Halbstarken auf dem Gebiet der DDR. Im offiziellen Sprachgebrauch verwendete man daher zumeist den Begriff „Rowdies“ um zu unterstreichen, dass es sich hierbei um ein westliches Problem handelte. Dies traf hingegen nur bedingt zu. Eine Auflistung von Halbstarkenkrawallen in Günter Kaisers Studie zum Thema verzeichnet für die Zeit von Oktober 1955 bis Dezember 1958 insgesamt 102 Ausschreitungen von mehr als 50 Halbstarken – darunter mindestens sechs auf dem Gebiet der DDR. Zudem ist anzumerken, dass zu dieser Zeit ein Besuch des Westteils von Berlin auch für Ostberliner Jugendliche noch problemlos möglich war und diese hiervon ausgiebig Gebrauch machten. Zahlreiche Westberliner Kinos in Grenznähe wurden mehrheitlich von Ostberlinern besucht, weshalb anzunehmen ist, dass sich auch eine Vielzahl von DDR-Jugendlichen an den Westberliner Krawallen beteiligte.

Zwar war es bis Mitte 1956 zu keinen nennenswerten Zwischenfällen mit Halbstarken in der DDR gekommen, aber der wachsende Einfluss westlicher Rockkultur auf ostdeutsche Jugendliche wurde zusehends deutlicher. Sofern sich die Existenz von Halbstarkengruppen in der DDR nicht mehr leugnen ließen, interpretierte man sie jedoch als Ergebnis „amerikanischer Unkultur“. Erstaunlicherweise befand man sich damit auf gleicher Linie mit Teilen der westdeutschen Öffentlichkeit, welche ebenso versuchte eine zunehmende Amerikanisierung der eigenen Jugend zu vermeiden. Die neuen Geschlechterbilder und die vermeintliche sexuelle Offenheit, die mit der neuen Jugendkultur einhergingen, waren in beiden deutschen Staaten gleichermaßen verpönt. So behaupteten westdeutsche Kirchenführer und konservative Politiker (unter ihnen Innenminister Gerhard Schröder) sogar mehrfach, Jugendliche in der DDR seien besser vor den Gefahren von Konsumkultur und amerikanischen Kultureinflüssen geschützt. Zugleich jedoch war man sich seitens der BRD über die Wirkung amerikanischer Kultur als „ideologische Waffe“ bewusst. So sollte Ostberliner Besuchern der Kinos am Kurfürstendamm zugleich die Überlegenheit des westlichen Konsumangebots präsentiert werden. Diese Politik gipfelte in materiellen Zuwendungen für DDR-Jugendliche in Form von Speisepaketen (im Volksmund auch Ami-Köder genannt) oder kleinen Weihnachtsgeschenken.

Indes wurde die zunehmende Distanzierung weiter Teile der ostdeutschen Jugend vom offiziellen Kurs der Partei offensichtlich. Bereits im Oktober 1955 kritisierte das ZK die FDJ, sie habe sich zu weit von der Mehrheit der ostdeutschen Jugend entfernt. Statt sozialistischer Theoreme sollten Themen aus dem Alltagsleben der Jugendlichen die öffentliche Wahrnehmung der Organisation prägen. Im Kampf gegen diesen Dogmatismus äußerte sich auch eine innerparteiliche Opposition gegen Ulbricht.

Doch die Position der Parteiführung blieb widersprüchlich. Zwar verurteilte man nach wie vor westliche Kultureinflüsse, versuchte sie sich jedoch zugleich für die eigene Sache nutzbar zu machen. Nach Ulbrichts Auffassung hatte man wenig zu verlieren, weshalb er vorschlug, einflussreiche Halbstarke für die FDJ zu gewinnen, um weite Teile der Jugendlichen anzusprechen. Ein FDJ-Aufruf mit dem Titel „An Euch Alle“ aus dem Februar 1956 kündigte einen offenen Diskurs über die Ideale eines künftigen Zusammenlebens, deren Erfüllung nur die DDR biete. Funktionäre von Staat und Partei sollten sich hierbei den Fragen junger Menschen stellen. Einfuhrkontrollen bei Jugendlichen, welche mit Schallplatten und anderen Konsumgütern aus West-Berlin in die DDR zurückkehrten, hatten die Anziehungskraft westlicher Konsumgüter offen zu Tage geführt. Zudem stellten Jugendliche bei den von der FDJ veranstalteten öffentlichen Foren vermehrt kritische Fragen bezüglich der Verfügbarkeit westlicher Konsumgüter. Selbst wenn es sich hierbei nicht um verbotene Güter handelte, so empfanden sich die Vertreter der Politik doch in der Defensive. Als Reaktion plante man Modeshows und Bekleidungsgeschäfte speziell für Jugendliche. Ebenso entschied man sich eigene Filme nach westlichem Vorbild für das junge Publikum zu produzieren. „Eine Berliner Romanze“ aus dem Jahre 1956 zeigte eine gewisse Sympatie mit den jugendlichen Halbstarken, machte aber zugleich deutlich, dass die westliche Konsumkultur in Verbrechen oder Armut münde. Paradoxerweise geriet der Film dennoch in die Kritik, weil er die DDR nicht in ausreichendem Maße als lohnenswerte Alternative für junge Menschen darstellte. Zum bedeutendsten Ausdruck relativer Offenheit gegenüber dem jugendlichen Konsumverhalten entwickelte sich die DEFA-Produktion „Berlin Ecke Schönhauser“ aus dem Jahre 1957. Hier werden Halbstarke erstmals nicht als eine äußere Erscheinung charakterisiert, welche aus dem Westen kommend eine Bedrohung für die ostdeutsche Gesellschaft darstellt. Vielmehr handelte es sich um ein Eingeständnis, dass Halbstarke durchaus auch ein ostdeutsches Phänomen waren. Zugleich gesteht der Film durch die schnelle Musik sowie den amerikanischen Kleidungsstil seiner Akteure ein, dass auch ostdeutsche Jugendliche empfänglich für westliche Kultureinflusse waren. Ostberliner Halbstarke konnten sich durchaus mit den Charakteren identifizieren und bescheinigten dem Film eine gewisse Authentizität. Obwohl sich die Jugendlichen im Film durch Fehlverhalten auszeichnen, sind sie im Gegensatz zu ihren westlichen Pendants nicht von Natur aus „böse“. Hierfür erntete der Film auch die Zustimmung progressiver westdeutscher Kreise.

In diese relative Tauphase der Jahre 1956/574 fällt auch eine partielle Neubewertung des Halbstarkenproblems. Während zu Beginn der Auseinandersetzungen Halbstarke lediglich als die Folge westlichen Einflusses auf die eigene Jugend betrachtet wurden, nahm man sich nun vermehrt deren sozialem Umfeld an. Erklärungsmuster reichten von den Folgen des Krieges und dem Fehlen der Väter bis hin zu mangelnder Aufmerksamkeit im familiären Bereich. Das Auflehnen gegen Autoritäten wurde hierbei teilweise als Bestandteil des Reifeprozesses junger Menschen betrachtet. Hinsichtlich möglicher politischer Motivationen sah man die Halbstarkenkrawalle im Westen als Reaktion auf die beginnende Wiederaufrüstung. Nach SED-Interpretation äußerten die rebellierenden Jugendlichen durch das Auflehnen gegen Autoritäten ihren Unmut über die 1956 in der BRD eingeführte Wehrpflicht. Folgte man dieser Interpretation, so waren die Polizisten, welche hart gegen die Jugendlichen vorgingen geradezu ein Beleg für den westlichen Militarismus. Entsprechende Thesen wurden teilweise sogar von westdeutschen Gegnern der Remilitarisierung aufgenommen und fanden somit Einzug in den politischen Diskurs der BRD.5 Diese Deutung der Krawalle wurde hingegen problematisch für die ostdeutsche Staatsmacht, da sich die DDR selbst in einem Prozess der Wiederbewaffnung befand. Wenngleich man anfangs auf eine Wehrpflicht verzichtete, verbreiteten sich ab September 1956 über westdeutsche Medien Berichte von Halbstarkenkrawallen in der DDR. War man von der These eines Widerstands gegen die Wiederbewaffnung überzeugt, so waren Halbstarke nun auch eine Gefahr für die Autorität der Parteiführung.

Somit wurde die Verbreitung von Rock’n’Roll auch zu einer Sicherheitsfrage. Das unangepasste Verhalten einiger Jugendlicher wurde zu „Feindaktivitäten“ umgedeutet und erste operative Maßnahmen zur Zerschlagung einzelner Gruppen eingeleitet. So galt der Umstand, dass sich die Halbstarken bewusst dem staatlich verordneten Kulturprogramm entzogen und damit demonstrativ die offizielle Interpretation von einer Höherwertigkeit der sozialistischen Kultur in Frage stellten, als eine prinzipiell negative Einstellung zur gesamten DDR. Dennoch gelang es auch der Staatssicherheit in kaum einem Fall, tatsächliche politische Motive hinter der Gründung einzelner Gruppen und Banden nachzuweisen. Wo dies, wie beim Strausberger „Ted-Herold-Club“ der Fall war,6 verhängte das SED-Regime hohe Strafen. Konkrete politische Forderungen (über die Bereitstellung westlicher Konsumgüter hinaus) blieben jedoch die Ausnahme.

Analog zur internen Bewertung nahm auch die Schärfe in der öffentlichen Auseinandersetzung zu. So schrieb das FDJ-Organ „Junge Welt“ über Elvis Presley:

„Sein Gesang’ glich seinem Gesicht: dümmlich, stumpfsinnig und brutal. Der Bursche war völlig unmusikalisch, krächzte wie eine an Keuchhusten leidende Krähe und suchte solch stimmliche Nachteile durch wildes Hüftschwingen à la Marilyn Monroe wettzumachen. […] Er sprang herum wie ein hochgradig Irrer, schüttelte seinen Unterleib, als habe man ihm unverdünnte Salzsäure zu trinken gegeben, und röhrte dabei wie ein angeschossener Hirsch, nur nicht so melodisch.“7

Angesichts der steigenden Verbreitung von Rockmusik hielt Alfred Kurella – bald darauf Leiter der Kulturkommission des Politbüros der SED – im Juli 1957 eine Rede, in der er vor „wachsenden, dekadenten Einflüssen“ des sich in seiner Endphase befindlichen Kapitalismus und Imperialismus warnte. Rockmusik im Allgemeinen und die Bewegung der Halbstarken im Besonderen erschienen somit geradezu als Beleg dafür, dass der Kapitalismus die „niedersten Elemente menschlichen Daseins“ nach Außen kehren würde.

Hierdurch verlor auch der Konsens, der Anfangs zwischen der DDR-Öffentlichkeit und konservativen Kreisen in der BRD vorgeherrscht hatte, zusehends an Bedeutung. Fortan dominierten ideologische Gesichtspunkte die Auseinandersetzung mit der Rockmusik. Unter der Parole „Der Sozialismus siegt“ fand im Juli 1958 der fünfte Parteikongress der SED statt. Der beschleunigte Aufbau des Sozialismus sollte sich künftig auch in einer sozialistisch geprägten Nationalkultur äußern. Der hohe Verbreitungsgrad westlicher Kulturgüter war somit für die ostdeutschen Entscheidungsträger nicht länger hinnehmbar. Eigens in Auftrag gegebene Studien hatten belegt, dass sich eine Vielzahl von Jugendlichen den staatlich sanktionierten Kultur- und Sozialisierungsmustern entzogen hatten und stattdessen die als feindlich eingestufte Musik öffentlich zu ihrem Sinnbild erhoben. Dem hatten sich mit der Zeit Jugendclubs, Kneipen und Gaststätten angenommen, die ihre Musikboxen mit kopierten Tonträgern aus dem Westen bestückt hatten und somit zu Treffpunkten der Jugendgruppen wurden. Erstgenannte zeichneten sich häufig auch durch ein gezieltes Abhören westlicher Rundfunkprogramme aus. In einem Bericht vom Referat für Jugendfragen beim Rat des Stadtbezirks Friedrichshain wird eine Ostberliner Heimleiterin wie folgt zitiert:

„Auf dem Ostsender gibt es keine gescheite Musik, für die sich die Jugendlichen interessieren könnten. Es herrscht allgemeines Einverständnis über das Hören des Rias, SFB und AFN, auch über Schallplatten westlicher Herkunft.“8

Dem wollte man entgegen treten. So entschieden sie die Kulturbehörden, dass die Repertoires der Musikapparate ausschließlich mit Schallplatten aus DDR-Produktion zu bestücken seien, um Jugendliche vom Hören westlicher Musik abzubringen. Zumindest letzteres blieb ein bloßer Wunsch.

Abseits der öffentlichen Diskussion nahm das Groß-Berliner Komitee der Kulturschaffenden9 die Vorkommnisse im Zusammenhang mit dem Westberliner Auftritts von Bill Haley zum Anlass, über ungelöste Fragen der Jugendarbeit zu diskutieren. Im Unterschied zu den offiziellen Medienverlautbarungen nahm man sich hier dem Problem differenzierter an und analysierte dessen Ursachen. So kritisierte der Schriftsteller Jan Koplowitz die Kulturpolitik der SED, indem er die Frage aufwarf, warum es der FDJ nicht gelinge, „daß die Jugend zu uns kommt“10. Ähnlich sprach sich auch der Schauspieler Hans Kahle aus:

„Die [,die nach] drüben gehen und sich das Ganze Geheul von Haley und Presley anhören, sind den heißen, scharfen Schnapps gewöhnt, und jetzt kommen wir und wollen ihnen Brauselimonade bieten.[…] Wenn wir uns einen Karl-Marx-Bart umhängen und predigen, damit erreichen wir gar nichts. […] Warum hat der Jazz-Zirkel aufgehört? Ich habe den großen Verdacht: weil einige Tattergreise in der Kulturpolitik, sehr verantwortliche Stellen, sich seit 13 Jahren bei uns nicht einigen können, was Jazz eigentlich ist. […] Warum gibt man der Jugend nicht ihren Jazz, aber anständig?“11

Dieser Kritik konnte man sich nicht verwehren. Zwar wollten die Genossen nicht „jeden Dreck der aus dem Westen kommt“ kopieren, dennoch war man sich bewusst, künftig selbst „etwas Besseres bieten“ zu müssen.12 So unternahm man den absonderlichen Versuch, dem Rock’n’Roll mit dem „Lipsi“ eine sozialistische Tanzkultur entgegenzusetzen. Hierbei handelte es sich um einen Kompromiss. Der Name mit der Endung „i“ suggerierte eine amerikanische Herkunft und der 6/4-Takt erlaubte schnelle Tanzschritte. Zugleich vermied er jedoch das verpönte starke Auseinandertanzen. Die Parteiführung war sich des Erfolgs dieser Tanzform so sicher, dass sie den Lipsi sogar weltweit patentieren ließ. Doch trotz massiver Unterstützung durch die DDR-Medien ignorierte die Zielgruppe den neuen Tanz. „Wir brauchen keinen Lipsi und keinen Ado Koll13 […] – wir brauchen Elvis Presley mit seinem Rock’n’Roll“14 skandierten Jugendliche in der Dresdener Innenstadt. Bereits 1960 wurde die erfolglose Kampagne eingestellt. Dem Rock’n’Roll blieb eine Anerkennung verwehrt. Nach anfänglicher Unterstützung einzelner Gruppen nahmen die Maßnahmen staatlicher Repression in der Folge sogar zu und mündeten in den Verboten zahlreicher populärer Beat-Ensembles Mitte der 60er Jahre.

Weiterführende Literatur

  • Bundeszentrale für politische Bildung (Hg.): ROCK! Jugend und Musik in Deutschland, Berlin 2005, S. 42-52. Bestellen bei Amazon
  • Janssen, Wiebke: Halbstarke in der DDR – Verfolgung und Kriminalisierung einer Jugendkultur, Berlin 2010. Bestellen bei Buchhandlung89 Bestellen bei Amazon
  • Liebing, Yvonne: All you need is beat – Jugendsubkultur in Leipzig 1957–1968, Archiv Bürgerbewegung Leipzig, Leipzig 2005. Bestellen bei Buchhandlung89 Bestellen bei Amazon
  • Lindner, Bernd: DDR Rock & Pop, Köln 2008. Bestellen bei Buchhandlung89 Bestellen bei Amazon
  • Rauhut, Michael: Rock in der DDR, Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2002. Bestellen bei Amazon

Einzelnachweise

  1. Werner Linder (Jugendprotest seit den 50er Jahren: Dissens und kultureller Eigensinn, Opladen 1996) und Volker Brand (Jugendkulturen und jugendliches Protestpotential, München 2010) veranschlagen deren Anteil bei höchstens 10% der Jugendlichen
  2. Borkowski, Dieter: Die vom Antonplatz. In: Neues Leben 5/1960, S. 40. Zit. n. Rauhut, Michael: Beat in der Grauzone – DDR-Rock 1964 bis 1972 – Politik und Alltag, Berlin 1993, S. 27.
  3. Als Beispiele seien hier die britischen Halbstarken, genannt Teddy-Boys, sowie die Stilyagi genannten Gruppen sowjetischer Jugendlicher angeführt.
  4. 1956 kam es in Polen und Ungarn zu Volksaufständen. Anders als 1953, wo man von der Erhebung weiter Teile der Bevölkerung vollends überrascht wurde, versuchte man nun möglichen Unruhen durch frühzeitige Reformen bereits im Ansatz zu verhindern.
  5. Zum Halbstarkenproblem im Kontext der Wiederbewaffnung siehe Poiger, Uta: Jazz, Rock and Rebels – Cold War Politics and American Culture in a Devided Germany, London 2000.
  6. Die Mitglieder der Gruppe demonstrierten im August 1961 trotz Verbots des Clubs gegen den Bau der Berliner Mauer. Club-Mitbegründer Michael Gartenschläger wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, ehe ihn die BRD 1975 freikaufte.
  7. Micke, Werner: Philosophie des Stumpfsinns. In: Junge Welt vom 05.02.1957, S. 3. Zit. n. Rauhut, Grauzone, S. 31.
  8. Zit. n. Rauhut, Grauzone, S. 29.
  9. Hierbei handelt es sich um eine Gesamtberliner Vereinigung von Repräsentanten des kulturellen und politischen Lebens.
  10. Zit. n. Rauhut, Grauzone, S. 32.
  11. Ebd.
  12. Walter Ulbricht auf dem 11. Plenum des ZK der SED 1965.
  13. Ado Koll war ein bekannter DDR-Orchesterleiter.
  14. Peters, Christian: Halbstark mit Musik – Der Rock’n’Roll erobert Deutschland, in: Rock! Jugend und Musik in Deutschland, Berlin 2005. S. 40.

Über Thomas Ney

Thomas Ney (* 1986) studierte Geschichtswissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin und ist seit mehreren Jahren für die Stiftung „Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen“ tätig.

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